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Systemübergreifende Steuerung mit Installationsbus EIB
Neue Anforderung aus den Bereichen Energieeinsparung, Komfort und Blendschutz am Arbeitsplatz, Wohnkomfort, Sicherheit, usw. verlangen die funktionale Integration der Storensteuerung in eine umfassende Gebäudeautomation.
Lösungen für diese Anforderungen sind Steuerungssysteme mit einem gemeinsamen Installationsbus. Der europäische Installationsbus EIB hat die Marktführung in diesem Bereich übernommen und eröffnet den Steuerungen von
Beschattungsanlagen neue Möglichkeiten. Die benutzergerechte Steuerung von Storen mit einem EIB-Bus-System ist oft eine Herausforderung für den Elektroplaner.
Das Bindeglied zwischen dem EIB-Bus und einer
Beschattungseinrichtung ist die Motorsteuerung oder der Storenaktor. Auf dem Markt sind solche Aktoren mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen verfügbar (Bild 1). Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind die Anzahl
Steuerkanäle oder Anzahl Motoren pro Aktor, Anschlüsse für Lokalbedienungen und die Anzahl der Kommunikationsobjekte (Verknüpfungsmöglichkeiten mit bestimmten Signalen). Spezialisierte Storenaktoren sind zusätzlich für Motoren
mit 3 Endschaltern ausgelegt, können die Endlagen erkennen und beliebige Positionen für Storenhöhe oder auch Lamellenwinkel anfahren. EIB-Storenaktoren mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen.
Szenensteuerung Die Szenensteuerung für Licht und Storen ist ein Beispiel für eine systemübergreifende Lösung mit einem Installationsbus. Die Anforderungen an eine systemübergreifende Steuerung sind kaum in anderen Bereichen
so gross wie in Schulungs- und Besprechungsräumen. In unserem Beispiel sind Licht, Storen, Hellraumprojektor und Diaprojektor gemeinsam zu steuern. Sie sind über geeignete Aktoren am EIB angeschlossen. Ein Szenentaster
speichert die gewünschten Werte für die Lichthelligkeit, die Storenhöhe und den Lamellenwinkel sowie den Schaltzustand für Hellraum- und Diaprojektor. Durch einfachen Tastendruck lassen sich jetzt die programmierten Szenen
abrufen. Für die Schulung, Besprechung oder Präsentation bedeutet die Szenensteuerung eine angenehme Vereinfachung. Die Storensteuerung im Geschäftshaus In Geschäftshäusern und Verwaltungsbauten sind
Storensteuerungen oft zwingend, um die Anforderungen für Arbeitsplatzkomfort (keine Blendung am Computerarbeitsplatz oder Schutz vor zu hohen Temperaturen im Sommer) zu erfüllen. An einem typischen Geschäftshaus sollen die
anwendungstechnischen Details einer Storenautomatisierung besprochen werden. An den Fassaden seien Lamellenstoren im Einsatz, im Attikageschoss zusätzlich Gelenkarmmarkisen.
Optimierte Automatik für zufriedene Benutzer Für den Erfolg einer Sonnenautomatik ist die Akzeptanz durch die Gebäudebenutzer entscheidend. Eine ungenügende Automatik kann an Arbeitsplätzen Verärgerung auslösen, wenn die
Storen zu häufig oder unerwünscht auf- und abfahren. Die folgenden Punkte sind wichtig für eine benutzergerechte Automatik:
Die Helligkeitsmessung gibt den Anstoß für eine automatische Beschattung. Deshalb ist auf eine
optimale Platzierung der Sensoren für die jeweilige Fassade zu achten. Ausrichtung und Erfassungswinkel müssen dem jeweiligen Einsatz exakt angepasst sein. Die Möglichkeit zur Justierung der Ansprechschwelle erleichtert die
Optimierung auf die jeweilige Gebäudesituation.
Für Gebäude mit vielen unterschiedlich ausgerichteten Fassaden kann eine zentrale Helligkeitsauswertung die Einzelsensoren ersetzen. Moderne Storensteuerungen für Gebäude
arbeiten mit der zentralen Helligkeitsmessung und Auswertung. Aufgrund der Lichtmessung, der Ausrichtung der Fassade und dem Sonnenstand berechnen diese Steuerungen die optimale Höhe und den Lamellenwinkel der Storen.
Die Fahrstrategie muss bezüglich Fahrbewegungen und Zeitverzögerungen dem aktuellen Produkt und der Anwendungssituation angepasst sein. Diesbezüglich stellen Lamellenstoren die höchsten Anforderungen.
In
Arbeitsbereichen und öffentlich zugänglichen Räumen ist bei einer automatischen Beschattung eine Dunkelphase zu vermeiden. Eine schnelle Ausrichtung der Lamellen in die Arbeitsstellung nach dem Schliessvorgang muss
sichergestellt sein. Dazu ist die Laufzeit der Storen exakt einzustellen. Spezialisierte Aktoren ermitteln die exakte Laufzeit selbst und positionieren die Lamellen sofort, nachdem die Store die unterste Position erreicht hat.
Optimierte Zeitverzögerungen sorgen bei wechselhafter Witterung dafür, dass unangenehme Bewegungen vermieden werden. Optimalen Komfort bietet eine dem Sonnenstand und den Lichtverhältnissen angepasste
Lamellenpositionierung.
Produkteschutz verringert die Verfügbarkeit von Sonnenschutzanlagen
Textiler Sonnenschutz, wie Gelenkarm- oder Senkrechtmarkisen, müssen vor zu hohen Windlasten geschützt werden. Ein
Windsensor (Anemometer) misst die aktuelle Windgeschwindigkeit und zieht die Markisen beim Überschreiten eines Grenzwertes von 25...30 km/h ein. Die Platzierung des Sensors ist entscheidend, damit die maximal auftretende
Windgeschwindigkeit gemessen wird und damit alle Markisen optimal geschützt sind. Die Windgeschwindigkeit nimmt generell mit größerer Höhe zu. Eine Platzierung auf dem Dach bewährt sich. Dort kann die Windmessung ohne störenden
Windschatten verlässliche Werte liefern.
In unserem Beispiel sind die Gelenkarmmarkisen im Attikageschoss, unweit des Windsensors, angebracht. Diese Markisen werden richtig geschützt. Schwierigkeiten bietet die
Windmessung auf dem Dach, wenn Markisen im Windschatten, z. B. im Erdgeschoss, angebracht sind. Dann wird die Markise durch die Windmessung auf dem Dach bei gewissen Windverhältnissen bereits schon eingezogen, wenn es im
Schatten des Gebäudes noch fast windstill ist. Die Nutzung der Markise ist dann eingeschränkt. In solchen Fällen ist die Planung eines weiteren Windsensors im Erdgeschoss angebracht. Der Einsatz von mehreren Windsensoren ist
vor allem auch bei Senkrechtmarkisen als Blendschutz bei größeren Gebäuden zu empfehlen. Bei diesen Beschattungsanlagen ist eine frühe Abstimmung zwischen Architekt, Sonnenschutzhersteller, Steuerungslieferant und Elektroplaner
unerlässlich.
Zentrale Helligkeitsauswertung für Gebäude mit vielen unterschiedlichen ausgerichteten Fassaden.
Platzierung des Windsensors und Windgeschwindigkeitsprofil für das offene Gelände.
Zentrale oder dezentrale Messwerterfassung Wie werden aber die Sensorsignale für Licht, Wind und Niederschlag auf den Bus gebracht? Es gibt die dezentrale und die zentrale Lösung (Bild 6).
Bei der dezentralen
Messwerterfassung erfassen einzelne Interfacemodule die Sensorwerte und leiten einen Schaltbefehl auf den EIB-Bus weiter. Sobald mehrere Wettersignale für mehrere Fassaden ausgewertet werden müssen, sind Verknüpfungen in einem
Funktionsmodul unerlässlich. Auch Fahrstrategien und Prioritätsregelungen müssen gebäudespezifisch programmiert werden.
Als Alternative stehen Geräte für die zentrale Messwertaufbereitung zur Verfügung. Dabei werden die
aktuellen Messwerte angezeigt und Schwellwerte in einem Optimierungsprozess bei der Inbetriebnahme einfach angepasst. Zudem sind Verknüpfungen zwischen einzelnen Messwerten bereits anwendungsgerecht vorprogrammiert.
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