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                                         GrĂŒnde fĂŒr Daten via Glasfaser
Kostenvergleiche zwischen einer Netzwerklösung in Kupfer- und einer Glasfaserverkabelung sind heutzutage recht hĂ€ufig in Veröffentlichungen vorzufinden. Sie sind sinnvoll, um dem Netzbetreiber bei seiner Entscheidung fĂŒr die richtige Lösung zu helfen. In vielen Fallbeispielen werden die Investitionskosten zwischen den beiden Lösungen in Kupfer und LWL verglichen, wobei die Kosten fĂŒr eine komplette Glasfaserlösung heute schon unter denen einer Lösung in Kupfer liegen. GrundsĂ€tzlich lĂ€ĂŸt sich jedoch erkennen, daß unter den direkten Kostenvergleichen nicht alle Aspekte berĂŒcksichtigt oder nur am Rande erwĂ€hnt werden. Eine PrĂŒfung der Wirtschaftlichkeit sowie der Betriebskosten beider Verkabelungsarten kann die Entscheidung einer Lösung in Glasfaser erheblich untermauern.

Um hier eine Diskussionsgrundlage liefern zu können, wird ein Kostenvergleich Indivituell von Treiber Consulting erstellt und auch Ausgefuehrt

Bei einem grĂ¶ĂŸeren GebĂ€udegrundriß wĂŒrden die Hochbaumaßnahmen bei einer Lösung in Kupfer drastisch ansteigen. Der Vergleich wĂŒrde klar fĂŒr eine Lösung in Glas sprechen. Die maximale LĂ€ngenausdehnung von Kupferanschlußleitungen sind bekanntlich auf 90 m begrenzt und eine grĂ¶ĂŸere GrundflĂ€che des GebĂ€udes erfordert mehrere Verteilerstandorte pro Etage. Mit steigenden Verteilerstandorten erhöht sich selbstverstĂ€ndlich der Bedarf an VerteilerschrĂ€nken. Dieses beinhaltet zusĂ€tzliche Elektroversorgungspunkte mit erforderlichen USV’s. Eine Klimatisierung der RĂ€ume ist ebenfalls erforderlich. Die spĂ€tere Pflege der Dokumentation des Netzwerkes ist aufwendiger und somit auch die damit verbundenen Kosten. Heutzutage wird eine Glasfaserlösung in nahezu jedem dieser FĂ€lle den geringeren Gesamtkostenaufwand ausmachen.

In diesem Lösungsansatz wird nur die Datenverkabelung erarbeitet und verglichen. Der Aspekt, eine einheitliche Kupferlösung fĂŒr das Daten- und Telefonnetz zu nutzen, wird in diesem Falle nicht zu Grunde gelegt. Zur Zeit ist neben der LWL- eine parallele Kupferverkabelung fĂŒr die Telefonie noch der Standard. Voice over IP ist noch nicht ausgereift. Eine Integration der Sprache in das Datennetz ist aufgrund der Angebote auf dem Markt noch sehr eingeschrĂ€nkt. Ein weiterer Punkt ist in der geringen Anforderung, die ein Telefonnetz an die physikalischen Eigenschaften des Kabels stellt, zu sehen. Hier ist eine Verkabelung in Kategorie 3 gĂ€nzlich ausreichend. Die möglichen Bandbreiten, die mit einer LWL-Verkabelung erzielt werden, gleichen den Aspekt der homogenen Verkabelung komplett aus.

Kupferlösung

FĂŒr die Planung der Kupferverkabelung bietet die DIV/VDE EN 50173 die passende Grundlage. Der entscheidende Unterschied (im Gegensatz zur nachfolgenden Lösung in Glasfaser) ist bei den Restriktionen, die mit einer Kupferverkabelung einzuhalten sind, zu sehen. Eine maximale Ausdehnung der Verbindung zum EndgerĂ€t von 100m ist unbedingt einzuhalten. Daraus resultiert die 90m lange Verbindungsleitung vom Datenverteiler bis zur Anschlußdose. Die restlichen 10m werden fĂŒr die Anschaltung am EndgerĂ€t bzw. zur Anschaltung im Datenverteilerraum benötigt. Ein weiterer Punkt liegt in der EMV-Problematik. Eine etagenĂŒbergreifende Kupferverkabelung darf keinesfalls durchgefĂŒhrt werden. Hier kommt es in den meisten FĂ€llen zu großen Ausgleichsströmen, die von einer Etage zur anderen ĂŒber die Kabelabschirmungen fließen. Dieses verursacht nicht nur eine schlechte Datenkommunikation, sondern kann im Extremfall zum Defekt an der Hardware bzw. zur Gefahr fĂŒr den Menschen werden. Es ist zwingend erforderlich, die Verlegung der Datenkabel mit der vorhandenen Elektroversorgung abzustimmen.

 

                                         Bild : Kupferverkabelung

Bei dem GebĂ€ude ergeben sich daraufhin drei zu versorgende Etagen mit vier Datenverteilerstandorten. Der vierte Datenverteiler im Kellergeschoß dient als zentraler Verteilerraum. Von hier werden die Etagenverteiler angekoppelt. Im allgemeinen dient dieser Raum als Rechenzentrum und wird fĂŒr die Plazierung der Server verwendet.

Die Ankopplung der Verteiler erfolgt durch eine etagenĂŒbergreifende LWL-Verkabelung mit jeweils 12 Fasern. Hier können maximal 6 AnschlĂŒsse geschaltet werden, die zentral im Verteilerraum des Kellergeschosses zusammenlaufen. Die Etagenverteiler ĂŒber Querverbindungen zu vernetzen, ist nicht vorgesehen.

Von den Verteilern auf den Etagen können die Kupfer-Datenkabel oberhalb abgehĂ€ngter Decken bzw. in vorhandene BrĂŒstungskanĂ€len verlegt werden. In vorhandenen KanĂ€len können maximal ca. 40 Kupferkabel gefĂŒhrt werden. Dadurch werden zweite Einspeisungen in die BrĂŒstungskanĂ€le erforderlich. Die Verlegung der Datenkabel erfolgt in den meisten FĂ€llen ĂŒber den Flurbereich, der in der Regel auch Fluchtweg im Brandfall ist. Hierdurch sind Brandschutzmaßnahmen in den betroffenen Bereichen notwendig.

Die Verteilerstandorte mĂŒssen mit jeweils einem Datenverteilerschrank fĂŒr die Aufnahme der aktiven und passiven Komponenten ausgestattet werden. Der Übergang von LWL auf Kupfer muß mittels aktiver Komponenten erfolgen. HierfĂŒr bieten sich bei einem Netz dieser GrĂ¶ĂŸenordung die sogenannten Stackable-Switches an. Die Switches sind mit einem Gigabit-Uplink ausgestattet, ĂŒber die die GerĂ€te gekoppelt (kaskadiert) werden können. Im Datenverteilerschrank stehen diese GerĂ€te ĂŒbereinander und bilden eine aktive Komponente mit x Ports. Im passiven Netz kommen RJ45-Datenanschlußdosen, sowie RJ45-Patchfelder zur Anschaltung der EndgerĂ€te an die aktiven Komponenten zum Einsatz.

In diesem Beispiel ergibt sich ein Bedarf von jeweils 3 Switches mit jeweils 24 aktiven Ports auf den Etagen. Ein weiterer Switch wird im Rechenzentrum eingesetzt, um die dortigen Server anzubinden. Die Switches werden auf einen zentralen Gigabit-Switch im Keller geschaltet. Der Gigabit-Switch ist mit 12 x 1000 Gbit/s-Ports ausgestattet. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit einen oder zwei Server bei Bedarf mit Gigabit anzuschließen. Aufgrund der entstehenden Überhangports entsteht eine ungenutzte Reserve von insgesamt 38 aktive RJ-45-Ports und 2 freien Gigabit-Ports.

Durch die Anzahl der aktiven Komponenten erhöht sich der Aufwand bei der Administration bzw. beim Management der Komponenten. Heutzutage sind Switches erhĂ€ltlich, die eine Entkopplung einzelner Arbeitsgruppen ĂŒber die VLAN-Technologie (virtuelle LAN’s) ermöglichen. Jede Komponente muß individuell konfiguriert werden. FĂŒr die Erstellung von Statistiken und Historien mĂŒssen die Daten aller Einzel-Komponenten mit einer speziellen Software gesammelt und aufbereitet werden.

FĂŒr den Aufbau einer redundanten Stromversorgung der aktiven Komponenten mĂŒssen zusĂ€tzliche GerĂ€te beschafft werden, die in den VerteilerschrĂ€nken einen höheren Platzbedarf benötigen. Ebenso mĂŒssen in jedem Verteilerraum getrennte Stromkreise geschaffen werden.


                                         KostenschĂ€tzung der Kupferlösung

PositionBezeichnungAnzahlMEEinzelpreisGesamtpreis
Abschnitt 1: Datenverteiler
1.1.Datenverteilerschrank 19"-Technik, 42 HE (akt. / pass.)4St.3.000,00 DM12.000,00 DM
1.2.LWL - Verteilerfeld 19" 12'er D-SC 1 HE6St.1.000,00 DM6.000,00 DM
1.3.CAT-5 - Verteilerfeld 19" 24'er RJ-45 1HE21St.500,00 DM10.500,00 DM
1.4.KabelfĂŒhrungen und Einschubbleche20St.100,00 DM2.000,00 DM
Summe 1.30.500,00 DM
Abschnitt 2: Kabel / Datendosen
2.1.CAT-5 - Innenkabel 4 DA23.400m2,00 DM46.800,00 DM
2.2.LWL - Innenkabel 12 G 50 / 125 ”m (Daten)150m25,00 DM3.750,00 DM
2.3.CAT-5 Doppelanschlußdose RJ-45240St.50,00 DM12.000,00 DM
Summe 2. 62.550,00 DM
Abschnitt 3: Rangier- und Anschlußkabel
3.1.LWL - Rangierkabel D-SC / D-SC19St.40,00 DM760,00 DM
3.2.CAT-5 - Rangierkabel RJ-45202St.15,00 DM3.030,00 DM
3.3.CAT-5 - Anschlußkabel RJ-45202St.15,00 DM3.030,00 DM
Summe 3. 6.820,00 DM
Abschnitt 4: Systemkomponenten
4.1.Ethernet-PC-Karte RJ-45 10-100 Mb/s inkl. Montage192St.200,00 DM38.400,00 DM
4.2.Switching-System 24 Port RJ-45 10Mb/s und 100 Mb/s10St.7.000,00 DM70.000,00 DM
4.3.Backbone-Switch 12 Port Gigabit-Ethernet und/oder ATM1St.25.000,00 DM25.000,00 DM
4.4.Unterbrechungsfreie Stromversorgung 2kVA4St.5.000,00 DM20.000,00 DM
Summe 4.153.400,00 DM
Abschnitt 5: Dokumentation / Messung
5.1.Beschriftung1psch.2.500,00 DM2.500,00 DM
5.2.Meßprotokoll CAT-5 und Glasfaserkabel1St.7.500,00 DM7.500,00 DM
5.3.Dokumentation1St.2.500,00 DM2.500,00 DM
5.4.Einweisung4Tag1.000,00 DM4.000,00 DM
Summe 5.16.500,00 DM
Abschnitt 6: Hochbaumaßnahmen
6.1.Kabelverlegewege im Kellergeschoß50m100,00 DM5.000,00 DM
6.2.Decken und KanĂ€le öffnen & schließen600m20,00 DM12.000,00 DM
6.3.BrandschutzkanÀle in den Flurbereichen300m180,00 DM54.000,00 DM
6.4.VerteilerrÀume und Kernbohrungen4St.2.000,00 DM8.000,00 DM
6.5.Energieversorgungen fĂŒr die VerteilerrĂ€ume4St.1.500,00 DM6.000,00 DM
6.6.Klimatisierungen4St.1.000,00 DM4.000,00 DM
Summe 6.89.000,00 DM
Gesamtsumme Netto: DM358.770,00 DM

 



Auch hier wird die DIN/VDE EN 50173 als richtige Basis fĂŒr die Planung der Glasfaserverkabelung zu Grunde gelegt. Die großen Vorteile gegenĂŒber einer Kupferlösung sind in der genormten AnschlußlĂ€nge von bis zu 500m, sowie der nicht zu beachtenden Abstimmung mit der installierten Elektroversorgung zu suchen. Die Restriktionen, die bei der Kupferverkabelung auftreten, sind bei der Glasfaserlösung unbedenklich. Wo kein Strom fließt, kann es keine EMV-Probleme geben. In Bezug auf die Reichweite haben Messungen in der Praxis ergeben, daß die Angaben der Hersteller sehr vorsichtig gemacht werden und daß weitaus grĂ¶ĂŸere Entfernungen ĂŒberbrĂŒckt werden können.

In diesem Fall kommt die genormte Steckertechnik Duplex-SC zum Einsatz. Die Wahl der Glasfaserkabel fĂ€llt auf die in Europa ĂŒbliche 50/125 ”m-Technik. Die Versorgung der Datendoppeldosen erfolgt ĂŒber 4-faseriges Anschlußkabel. Die Anschlußkabel werden von der Datendose innerhalb vorhandener BrĂŒstungskanĂ€le durch den Steigebereich bis zum Datenverteilerschrank im Kellergeschoß gefĂŒhrt. Hier werden die Anschlußkabel auf Glasfaser-Patchfeldern angeschlossen.

 

Bild : Glasfaserverkabelung

In diesem Fall werden keine Unterverteiler benötigt. Es entsteht kein zusĂ€tzlich benötigter Platzbedarf auf den Etagen, um passive Komponenten zu installieren. Diese Installationsmethode erfordert einen sehr geringen Aufwand bei der Netzerstellung. Die Kabel brauchen nicht durch aufwendigen Brandschutz abgesichert werden. Aufgrund der Kabelmenge kann eine komplette Verlegung in den vorhandenen BrĂŒstungskanĂ€len erfolgen, die sich nicht im Fluchtweg-Bereich befinden. Lediglich im zentralen Datenverteiler wird jeweils ein Schrank fĂŒr die aktive und passive Technik aufgestellt. Die aktiven Komponenten werden nur im zentralen Datenverteiler (Rechenzentrum) untergebracht. Da sich die benötigte Portanzahl an einem zentralen Punkt konzentriert und mit 202 Ports sehr hoch ausfĂ€llt, bietet sich in diesem Fall ein modulares Switchsystem an.

FĂŒr die benötigten aktiven Ports ist ein Switch ausreichend. Diese Bauweise erlaubt es, bei Bedarf zusĂ€tzliche Einschubkarten in die Slots einzustecken. Innerhalb des Switches werden die Daten blockierungsfrei auf der Backplane ĂŒbertragen.

Im Gegensatz zur Kupferlösung ist hier eine zentrale Administration möglich. Der administrative Aufwand beschrĂ€nkt sich lediglich auf diese aktive Komponente, die ĂŒber ein Softwaretool konfiguriert wird. VLAN’s können ebenfalls gebildet, aber durch das zentrale Management wesentlich schneller und einfacher konfiguriert werden.

Je nach Bedarf kann das System mit redundanten Bauteilen, wie Netzteil, Prozessor, Managementkarte usw. ausgestattet werden. Im Bezug auf das Management erzielt dieser Switch durch den Einsatz getrennter Prozessoren fĂŒr das Management und fĂŒr die Aufgabe des Daten-Switchings eine hohe Performance. Die Leistung, die der Switch bei der DatenĂŒbertragung erzielt, wird nicht durch ein aktives Management verringert.

Ein gravierender Unterschied zur Kupferlösung ist die Anzahl der vorhandenen 100 Mbit/s-Ports. Z. Zt. werden die Glasfaserports im Markt noch sehr hoch gehandelt, diese liegen zwischen 700,- DM und 1000,- DM pro Port. FĂŒr eine komplette Ausstattung mit 100 Mbit/s-Ports, werden sich die Kosten um ca. 50.000,- DM erhöhen. Sollte das Netzwerk in ein paar Jahren mit der vorhandenen Bandbreite an die Grenzen stoßen, kann die Performance durch den einfachen und unkomplizierten Tausch der Einschub-Module in dem Switch-Sytem erhöht werden. Mit der Reduzierung der Kosten fĂŒr 100 Mbit-Ports ist in den nĂ€chsten Jahren in jedem Fall zu rechnen.

Ein weiterer Aspekt zu dieser Lösung ist die Option, die aktive Switch-Komponente auf zwei GerĂ€te auszubauen und durch eine rĂ€umliche Trennung dieser beiden GerĂ€te eine Redundanz im Katastrophenfall zu erzielen. Die Mehrkosten wĂŒrden sich bei der LWL-Lösung nur um etwa 20% steigern, wĂ€hrend dieses bei der Kupferlösung nicht möglich wĂ€re.

KostenschĂ€tzung fĂŒr die Lösung in Glasfaser

PositionBezeichnungAnzahlMEEinzelpreisGesamtpreis
Abschnitt 1: Datenverteiler
1.1.Datenverteilerschrank 19"-Technik, 42 HE (passiv)1St.2.500,00 DM2.500,00 DM
1.2.Datenverteilerschrank 19"-Technik, 42 HE (aktiv)1St.3.000,00 DM3.000,00 DM
1.3.KabelfĂŒhrungen und EinschĂŒbe20St.100,00 DM2.000,00 DM
1.4.LWL - Verteilerfeld 19" 24'er D-SC 1,5 HE22St.1.200,00 DM26.400,00 DM
Summe 1.33.900,00 DM
Abschnitt 2: Kabel / Datendosen / Spleißverteiler
2.1.LWL - Innnenkabel 4 G 50 / 125 ”m14.300m.4,00 DM57.200,00 DM
2.2.Doppeldatendose Duplex-SC fĂŒr 4 G 50 / 125 ”m inkl. Stecker konfekt.260St.100,00 DM26.000,00 DM
Summe 2. 83.200,00 DM
Abschnitt 3: Rangier- und Anschlußkabel
3.1.LWL - Rangierkabel 2 G, Duplex-SC / Duplex-SC202St.40,00 DM8.080,00 DM
3.2.LWL - Anschlußkabel 2 G, Duplex-SC / Duplex-SC202St.40,00 DM8.080,00 DM
Summe 3.16.160,00 DM
Abschnitt 4: Systemkomponenten
4.1.Ethernet-PC-Karte Duplex-SC fĂŒr PCI-Bus192St.250,00 DM48.000,00 DM
4.2.Fast-Ethernet-PC-Karte Duplex-SC fĂŒr PCI-Bus10St.350,00 DM3.500,00 DM
4.3.Modulares Switching-System mit 202 Ports 10bFL & 100bFX1St.100.000,00 DM100.000,00DM
4.4.Unterbrechungsfreie Stromversorgung 10 kVA1St.10.000,00 DM10.000,00 DM
Summe 4.161.500,00 DM
Abschnitt 5: Dokumentation / Messung
5.1.Beschriftungen1St.2.500,00 DM2.500,00 DM
5.2.Meßprotokoll Glasfaserleitungen1St.7.500,00 DM7.500,00 DM
5.3.Dokumentation1St.2.500,00 DM2.500,00 DM
5.4.Einweisungen4Tag1.000,00 DM4.000,00 DM
Summe 5.16.500,00 DM
Abschnitt 6: Hochbaumaßnahmen
6.1.Kabelverlegewege im Kellergeschoß50m100,00 DM5.000,00 DM
6.2.Kabelverlegewege auf den Etagen, KanĂ€le öffnen/schließen, Schlaufen250m20,00 DM5.000,00 DM
6.3.Verteilerraum und DurchbrĂŒche1St.7.500,00 DM7.500,00 DM
6.4.Energieversorgung des Datenverteilers1St.1.500,00 DM1.500,00 DM
6.5.Klimatisierung1St.10.000,00 DM10.000,00 DM
Summe 6. 29.000,00 DM
Gesamtsumme Netto: DM340.260,00 DM

Installation der Netzwerke

FĂŒr den Zeitraum der Baumaßnahmen ist bei der Kupferlösung mit erhöhten Störungen im Produktionsbetrieb zu rechnen. Hier fallen beispielsweise erhöhte GerĂ€uschbildung durch grĂ¶ĂŸere Bohrmaßnahmen und Verschmutzungen der ArbeitsplĂ€tze durch das Öffnen der Deckenkonstruktion an. Im Vergleich dazu ist die Installation der Glasfaser relativ gerĂ€uschlos und sauber. Einige kleine Deckenbohrungen sind erforderlich und im Bereich der ArbeitsplĂ€tze und Flure bleiben die Decken geschlossen, da die Glasfaserkabel direkt bis zu den Anschlußdosen in den vorhandenen BrĂŒstungskanĂ€len verlegt werden. Heutzutage sind bereits Installations-Lösungen erhĂ€ltlich, die ohne das Kleben bzw. thermisches Spleißen der Glasfaserstecker auskommen. Hier werden die Kupplungen mechanisch an die Glasfaser gebunden.

Sicherheit der Daten im Netz

Das Glasfasernetz beinhaltet eine hohe Abhör-Sicherheit. Die Daten können weder durch galvanische Entkopplung noch durch unbemerktes Öffnen der Verkabelungswege mitgelesen werden. Um die aktiven Komponenten vor dem Zugriff von Unbefugten zu schĂŒtzen, ist eine Sicherheitseinrichtung lediglich im Kellergeschoß erforderlich.

Sicherheit des Netzbetriebes

Dieser Punkt beinhaltet die Probleme, die mit der elektrischen VertrĂ€glichkeit von Kupferlösungen hochkommen. Anders als bei der Glasfaserlösung ist die QualitĂ€t der Kupferverkabelung von einer guten Abschirmung abhĂ€ngig. Mit steigender DatenĂŒbertragungsrate ist bei der Installation auf mehr Genauigkeit beim Abisolieren und Anschließen der Schirmung zu achten. Die Kupferleitungen wirken bei höheren Frequenzen wie Antennen, so daß es in der NĂ€he von nicht optimal abgeschirmten Datenkabeln zu Störungen durch elektromagnetischen "Smog" kommen kann.

Wartung

In den Kostentabellen zum Vergleich der beiden Alternativen sind die einmaligen Investitionssummen aufgefĂŒhrt. Über die entstehenden Kosten fĂŒr die Administration und Wartung des neuen Datennetzes können keine prĂ€zisen Zahlen angegeben werden. Lediglich Erfahrungswerte und Trends, die der Markt hergibt, seien hier erwĂ€hnt.

Die Kosten fĂŒr Wartung werden in der Regel aus den Listenpreisen fĂŒr die aktiven Netzkomponenten abgeleitet und belaufen sich auf ca. 0.8 % des Listenpreises je Monat. In die WartungsvertrĂ€ge sollten keine Netzwerkkarten aufgenommen werden. In den Berechnungen der Kosten ist eine Rabattierung von 45 % kalkuliert, daraus resultieren die Investitionssummen der beiden Lösungen fĂŒr Glasfaser DM 110.000.- und fĂŒr die Kupferlösung DM 115.000,-.

Hieraus lassen sich die monatlichen Wartungskosten ermitteln und betragen

fĂŒr die Glasfaserlösung ca. DM 1.600.-
fĂŒr die Kupferlösung ca. DM 1.700.-
Management und Verwaltung

Der Bereich Management und Verwaltung lĂ€ĂŸt sich nicht in Zahlen ausdrĂŒcken, wird aber bei der Kupferlösung generell um ein vielfaches höher sein. Hier sind Informationen ĂŒber die KapazitĂ€ten im Bereich der Netzwerk-Verantwortlichen -wie interne oder externe ArbeitskrĂ€fte- sowie Anzahl und VerfĂŒgbarkeiten zu berĂŒcksichtigen. Arbeitsintensive Maßnahmen treten nur zeitweise bei komplexen Netzproblemen oder UmzĂŒgen auf. Hieraus ergibt sich, daß die Netzspezialisten auch andere Arbeiten wahrnehmen mĂŒssen. Im Falle der Glasfaserlösung ist meist nur ein Mitarbeiter nötig, um die zentralen AnschlĂŒsse im Rechenzentrum zu kontrollieren bzw. Patchungen vorzunehmen. Selbst die ÜberprĂŒfung der LWL-Faser ist durch einen einfachen Test mit einer Lichtquelle möglich.

Die Dokumentation der beiden Netzwerkvarianten unterscheidet sich im Aufwand. Nachdem die Erstdokumentation durch den Netzwerkerrichter abgehandelt wurde, ist die weitere Pflege der Infrastruktur vom Netzbetreiber durchzufĂŒhren. Im Umzugsfall ist die betroffene Etagendokumentation zu ĂŒberarbeiten. Oftmals wird fĂŒr die Kupfervariante ein spezielles Softwaretool eingesetzt, wĂ€hrend eine Standard-Applikation fĂŒr die Dokumentation der Glasvariante ausreichend ist.

Raum-, Energie- und KĂ€ltebedarf

Kosten, die durch den spĂ€teren Netzbetrieb anfallen, sollten ebenfalls beachtet werden. Da wĂ€re die zusĂ€tzliche Nutzung von BĂŒroflĂ€chen fĂŒr die Etagenverteiler zu nennen. WĂ€hrend bei der Lösung in Kupfer viele Komponenten auf den Etagen untergebracht sind, ist bei LWL lediglich die Nutzung eines Raumes im Kellergeschoß erforderlich. Dieser dient, wie oben erwĂ€hnt, gleichzeitig als Serverraum. Ein weiterer nicht zu unterschĂ€tzender Punkt ist der entstehende Energieverbrauch. Hier sind bei der Kupferlösung erhebliche Verlustleistungen in Form von WĂ€rmeabfuhr der aktiven Komponenten, sowie die damit erforderliche KĂŒhlleistung zu nennen, die durch zusĂ€tzliche KlimagerĂ€te erzielt werden muß. In diesem Fall sind die Verlustleistungen fast zu vernachlĂ€ssigen und in beiden FĂ€llen nahezu gleich. In grĂ¶ĂŸeren Bauvorhaben sollten diese Punkte jedoch in den Kostenvergleich einfließen, um hier ggf. ein Einsparungspotential bei der Glasfaserlösung zu erkennen.

Aspekte fĂŒr die Zukunft

Die Trends im Bezug auf den Bandbreitenbedarf sind allgemein bekannt. Multimedia und die Internet-Technologie stehen am Anfang der Entwicklung. Die Hardware-Anforderungen der heutigen Arbeitsplatzrechner steigen stetig. Mit immer komplexeren Anwendungen und dem damit verbundenen Overhead, der den Datendateien zugefĂŒgt wird, steigt auch der Bedarf an Bandbreite auf den Verbindungen zum Datenserver bzw. Applikationsserver. Eine Investition in eine solide, zukunftssichere Glasfaserverkabelung bringt zugleich einen erheblichen Schutz fĂŒr diese Investition mit sich. Die Glasfaserlösung beinhaltet mindestens einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahre. WĂ€hrend die Betriebszeit der Kupferlösung höchstens 5 bis 10 Jahre andauert. Eine Garantie kann hierfĂŒr heute schon nicht mehr gegeben werden.

GegenĂŒberstellung der Leistungsmerkmale

Abschließend sei noch einmal eine GegenĂŒberstellung mit dem Pro und Kontra der beiden Lösungsvarianten zur besseren Übersicht aufgefĂŒhrt:

  Kupferlösung
  Glasfaserlösung
 
Kosten
 358.770,-- DM
 340.260,-- DM
 
Energieverbrauch
 Hier zu vernachlĂ€ssigen.
 Hier zu vernachlĂ€ssigen.
 
Kosten fĂŒr KĂ€lteerzeugung
 Hier zu vernachlĂ€ssigen.
 Hier zu vernachlĂ€ssigen.
 
FlÀchenverbrauch
 ca. 90 qm Keller & Etage
 ca. 20 qm Keller
 
Wartungskosten (monatlich)
 ca. 1700,-- DM
 ca. 1600,-- DM
 
Administration
  hoch
 niedrig
 
Trobleshooting
 komplex und verteilt
 komplex, an wenigen Orten
 
Change-Management
 aufwendig
 ĂŒbersichtlich
 
Dokumentation
 teure Spezialsoftware
 mit Standardwerkzeugen
 
EMV-Problematik
 hoch
 inhĂ€rent sicher
 
Erdung und Energieversorgung
 aufwendig und komplex
 einfach
 
Verlegewege
 hohe Kabelmengen
 wenige und dĂŒnne Kabel
 
Brandschutzmaßnahmen
 in vielen Bereichen erforderlich
 im allgemeinen entbehrlich
 
ÜbertragungskapazitĂ€t
 garantiert 100 MHz
 garantiert 1.000 MHz
 
Betriebssicherheit
 mittel bis hoch
 hoch bis sehr hoch
 
FehleranfÀlligkeit
 teilweise bis selten
 selten bis sehr selten
 
Anschaltung von Terminals
 einfach und billig
 kompliziert und teuer
 
Datenschutz
 hoch
  sehr hoch
 
Handling
 gut, jedoch an vielen Orten
 sehr gut, zentralisiert
 
Betriebsrisiko
 klein bis mittel
 sehr klein bis klein
 
Erfahrungen im Markt
 sehr viele Referenzprojekte
 viele Referenzprojekte
 
garantierte Lebensdauer
 ca. 5 bis 10 Jahre
 ca. 10 bis 15 Jahre
 
Stand der Technik
 eher konservativ
 eher progressiv
 
Nutzungsdauer
 Gigabit ist bereits fraglich
 mindestens Gigabit garantiert
 
Investitionsschutz
 hoch
 sehr hoch
 

 

Egal ob Sie sich fĂŒr Kupfer oder Glasfaser Entscheiden Informieren Sie sich bei Treiber Consulting.

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